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26.09.2012

Aujeszky`sche Krankheit bei Wildschweinen im südlichen Niedersachsen


Hans-Gerd Dörrie von dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebenssicherheit berichtete am 26.09.2012 über virologische Untersuchungen betreffend der Aujeszky`schen Krankheit im Schwarzwildvorkommen Bereich Oderwald, südlich von Wolfenbüttel. Hier sind sogenannte seropositive Feststellungen getroffen worden, das heißt, die erlegten Wildschweine wiesen Antikörper gegen die Aujeszky`sche Krankheit auf. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Viruserkrankung, die eine anzeigepflichtige Seuche darstellt. Sie taucht vorrangig bei Schweinen, aber auch bei Wiederkäuern, Hunden und Katzen auf, wobei sie bei den letzten beiden Tierarten fast immer tödlich verläuft. Die Ansteckung erfolgt durch Blut- oder Schleimkontakt oder durch Nahrungsaufnahme. Seit 2003 gilt Deutschland als frei von der Aujeszky`schen Krankheit. Ein Ausbruch bei Hausschweinen hätte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Für den Menschen ist diese Viruserkrankung ungefährlich.
Was müssen Jäger beachten? Der unmittelbare Kontakt von Jagdhunden mit Wildschweinen sollte auf das Notwendigste beschränkt werden. Ferner sollte keinesfalls roher Aufbruch von Schwarzwild verfüttert werden. Die Hunde auf dem Streckenplatz sind beim Aufbrechen fernzuhalten. Das Beuteln der erlegten Stücke sollte unterbunden werden. Bei Infektions-verdacht ist unbedingt der Tierarzt zu konsultieren und das Veterinäramt zu informieren.
Allerdings ist der Zeitraum, an dem ein viruspositives Wildschwein ansteckend ist, nur auf einen kurzen Zeitraum von 1 bis 2 Tagen begrenzt. Das Risiko ist danach gering, zumal viruspositive Feststellungen seit 2003 nicht getroffen worden sind. Für Halter von Schweinen, die auch Jäger sind, sind weitere Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, auf die hier aber nicht eingegangen werden soll. Durch den Fund von Antikörpern in Wildschweinen aus dem Oderwald ist jedenfalls keine aktuelle gesundheitliche Bedrohung für Hundehalter daraus abzuleiten. Die bisher bekannten Sicherheits- und Verhaltensvorkehrungen sollten aber aufrechterhalten bleiben.

Dr. Dieter Hildebrandt
1. Vorsitzender der Jägerschaft Göttingen e.V.


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