(3229 mal gelesen)
05.02.2013

Abschlussbericht zur Tötungswirkung bleifreier Geschosse


Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat am 30.11.2012 den Abschlussbericht über "Ergänzende Untersuchungen zur Tötungswirkung bleifreier Geschosse" vorgelegt. Dabei wurden 11.371 Abschussberichte bundesweit ausgewertet. Anlass für die Untersuchung war die Frage nach der tierschutzgerechten und jagdpraktisch akzeptablen Anwendbarkeit bleifreier Geschosse. Als Ergebnis stellen die Autoren fest, dass der
Einsatz bleifreier Geschosse grundsätzlich möglich und auch geeignet ist. Dieses nahm die Zeitschrift "Der Spiegel", hier durch Frau Julia Koch, in der Ausgabe Nr. 3 vom 14.01.2013
auf, um von einem Glaubenskrieg im Forst zu sprechen. Die Jäger hätten Vorteile und würden weiterhin Bleimunition benutzen wollen. Dies sei durch das obige Gutachten widerlegt.

Dieses Vorurteil der Jäger ist aber begründet, da die Verwendung von Bleimunition in der Vergangenheit stets zu guten Ergebnissen für ein tierschutzgerechtes Jagen sorgte. Es gibt auch bleifreie Munitionstypen, die in gleicher Weise geeignet sind, wie das Gutachten belegt.
Vor diesem Hintergrund gibt es derzeit keine Argumente, die gegen die Verwendung bleifreier Munition sprechen, jedenfalls was die Frage der Eignung für tierschutzgerechtes Jagen betrifft.
Die Untersuchung hatte aber auch ein wichtiges Nebenergebnis. Es zeigt sich nämlich, dass es bleifreie Produkte gibt, die nicht über die notwendige Energieabgabe im Tierkörper auf den üblichen Schussentfernungen sorgen. Ein Beispiel: Die maximale Einsatzreichweite für ein
18,5 Gramm-Bleigeschoss im Kaliber 9,3 x 74 R lag bei ca. 200 Meter; ein bleifreies
14,2 Gramm-Geschoss für dieses Kaliber erreichte jedoch nur eine Einsatzweite von 50 Meter.
Dieses muss der Jäger wissen, wenn er entsprechende Munition einsetzt. Auf den Packungen gibt es jedoch derzeit keine Verpflichtung, hierauf hinzuweisen.

Dieses ist ein wichtiges Nebenergebnis der Untersuchung. Eine Vielzahl von Munitions-produkten in bleifreier Form haben die gleiche Zieleinsatzreichweite, wie Bleiprodukte. Bei den Bleiprodukten musste bisher die Einsatzreichweite nicht angegeben werden; dafür gab es kein praktisches Erfordernis, weil nahezu sämtliche Produkte, die getestet wurden, in dem Bereich des jagdlichen Einsatzbereiches eine ausreichende Einsatzreichweite aufwiesen. Das Gutachten selbst kann von der Internet-Seite des DJV, www.jagdnetz.de heruntergeladen werden.

Aus gegebenem Anlass möchte ich ferner darauf hinweisen, dass unser Schießsand
Siekhöhenallee keine Beschränkung auf Bleimunition hat. Unsere Anlage ist auf
7.000 Joule zugelassen.

Dr. Dieter Hildebrandt
1. Vorsitzende der Jägerschaft Göttingen e.V.


Impressum  -  Suche  -   Kontakt