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11.06.2015

7. Informationsgespräch zum Luchs in Osterode am Harz des Bezirks der Landesjägerschaft Braunschweig


Die Landesjägerschaft Niedersachsen hatte für den 27.05.2015 in Goslar zu einem wiederholten Informationsgespräch zum Luchs eingeladen. Es fand die 7. Veranstaltung im Lindenhof, Schützenallee 1, 38640 Goslar unter der Leitung des Bezirksvorsitzenden und Jägerschaftvorsitzenden der Jägerschaft Goslar, Herrn Hans Hesse, statt.

Nach seinen Grußworten, die auch die Gäste aus Sachsen-Anhalt mit einschlossen, bedankte sich Herr Pusch - Leiter des Nationalparks Harz - für die wiederholte Durchführung der Informationsgespräche. Ole Anders und Lilly Middenhof berichteten dann über die Ergebnisse des allgemeinen Luchs-Monitorings in der Saison 2014/2015. Sodann auch über die im Internet veröffentlichten -Fotofallenmonitorings im Winter 2014/2015. Diese Ergebnisse sind im Internet auf der Seite www. luchsprojekt-harz.de wiedergegeben und für alle Interessierten herunterzuladen. Interessant ist dabei auch die Aufstellung eines Katalogs der fotografierten Luchse. Ferner wurden erste Ergebnisse aus dem Telemetrie-Projekt "Luchse in der Agrarlandschaft" vorgestellt, weil es sich zeigte, dass die Luchse sich nicht nur im Harz aufhielten, sondern von dort aus in den südniedersächsischen / nordhessischen Bereich abwanderten und sich darüber hinaus mittlerweile im Solling und Hils bewegen. Es gab darüber hinaus einen Praxisteil, in dem das Vorgehen bei der Begutachtung eines Luchsrisses erläutert wurde und anhand eines von einem Luchs erbeuteten Reh auch in der Praxis überprüft und dargestellt werden konnte.

Der Bericht des Fotofallenmonitorings 2014/2015 ist auf der Internet-Seite des Luchsprojekts Harz erschienen und gibt interessante Hinweise auf die Dichte und die Alterszusammensetzung im Harz wieder. Dabei zeigt es sich, dass auf 100 Quadratkilometern ca. 2,1 Luchse vorhanden sind. Dies deckt sich mit den Vergleichswerten aus einer schweizer Untersuchung für durch- schnittliche Dichten im Bereich des Jura und der Zentralschweiz sowie den Nordwest-Alpen und im Wallis Nord. Somit dürfte relativ gesichert sein, dass man von einer Populationsdichte
von 2 Luchsen pro 100 Quadratkilometern ausgehen darf.

Dabei ist mittlerweile der Luchs im Harz sicher nachzuweisen. Darüber hinaus gibt es telemetrierte Luchse im Bereich des Kaufunger Waldes und den dort einmal eingefangen und telemetrierten Luchs im Bereich des Hilses, der dorthin abgewandert ist.

Im nordhessischen Bereich wird die Universität Göttingen tätig. Hier ist unter www.luchs.uni-goettingen.de eine Internet-Seite eingerichtet, die zusammen mit dem Arbeitskreis Hessen-Luchs tätig ist.

Diese wiederum ist auf der Internet-Seite www.luchs-in-hessen.de zu finden. Dieses Projekt
wird interessanterweise geleitet von Herrn Dr. Markus Port vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie, Abt. Verhaltensökologie, Kellnerweg 6, 37077 Göttingen. Da sich auch in unseren Jagdrevieren der Luchs aufhält, ist es wichtig, dass Luchs-Sichtungen berichtet werden. Diese sollen bitte auf der Internetseite luchs-projekt- harz.de hinterlegt werden. Dort gibt es entsprechende Formulare, in denen die aktuellen Sichtungen eingetragen werden. Ole Anders legt Wert darauf, dass insbesondere in den Bereichen außerhalb des Harzes intensiv über Luchsbeobachtungen berichtet wird, um auf diese Weise das Projekt Luchs in der Agrarlandschaft zu unterstützen. Dass der Luchs flächendeckend im Harz vorhanden ist, dürfte zwischenzeitlich unstreitig sein. Inwieweit er sich in der offenen Landschaft ausbreitet, dass ist allerdings derzeit durchaus ein Forschungs- schwerpunkt.

Vor diesem Hintergrund sind alle Jäger aufgerufen, ihre Beobachtungen auf der Internetseite luchsprojekt-harz de. einzustellen oder die örtlichen Luchsbeauftragten zu konsultieren.
Für die Jägerschaft Göttingen ist dies Dr. Michael Corsmann, Rauschenwasser 79, 37120 Bovenden.

Dr. Dieter Hildebrandt
1. Vorsitzender der Jägerschaft Göttingen



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